Düsseldorf (RPO). Jahrzehntelang ist McDonald's in Deutschland prächtig gewachsen – Aktionäre und Restaurantbetreiber verdienten gut. Doch die Grenzen des Wachstums scheinen langsam erreicht. Franchise-Nehmer werfen dem US-Fastfood-Riesen Medienberichten zufolge nun rüde Methoden vor, um dennoch weiter expandieren zu können. Der Konzern bestreitet das vehement.
Von einem "Kampf" gegen deutsche McDonald's-Lizenznehmer spricht das "Wall Street Journal". Mehrere Franchise-Nehmer, die McDonald's-Restaurants betreiben, klagen dem Bericht zufolge über aggressive Methoden, um sie aus den Verträgen zu drängen. Gerichtsunterlagen belegten sogar den Einsatz von Privatdetektiven, um Material gegen einen unliebsamen Lizenznehmer zu beschaffen.
Die Restaurantbetreiber behaupten einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge, die Bespitzelung sei Teil einer breit angelegten Kampagne, Pächter aus dem System zu drängen, die sich den Expansionsplänen nicht fügen wollten. Der Zeitung zufolge soll die durchschnittliche Anzahl der Filialen pro Franchise-Partner von derzeit etwa fünf auf acht erhöht werden.
McDonald's bestreitet die Vorwürfe
McDonald's bestreitet die Vorwürfe. Das Verhältnis zu den Franchise-Nehmern sei "exzellent". Der Konzern habe einen Detektiv engagiert, da ein Pächter Gelder für die McDonald's-Kinderhilfe unterschlagen haben soll. Es habe sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt, der nie wieder vorkommen werde, beteuerte das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion.
Unter Berufung auf Insider berichtet das "Handelsblatt" dagegen, Franchise-Partner würde häufig mit einer fristlosen Kündigung gedroht, wenn sich den Expansionsplänen des Unternehmens widersetzten. Damit verfolge McDonald's das Ziel, die Filialen zu einem günstigen Preis selbst kaufen zu können.
Auch diese Vorwürfe bestreitet der Konzern. Es existiere keine Strategie, Franchise-Nehmer aus dem System zu drängen, im Gegenteil: Der Anteil an Franchise-Restaurants sei in den vergangenen vier Jahren von 72 auf 82 Prozent erhöht worden.
Andere Insider zitiert das Blatt mit der Aussage, der Konzern verlange "wucherähnliche" Pachtzinsen und treibe den Umsatz durch teure Einrichtungen wie McCafe auf Kosten der Franchise-Nehmer nach oben. Beim Franchise-System wird McDonald's über den Umsatz der Betreiber an den Geschäften der Lizenznehmer beteiligt.
Imagewechsel angestrebt
Derzeit strebt McDonald's einen Imagewechsel an. Das traditionelle gelbe "M" auf rotem Grund, soll einem rot-grünen Logo weichen, um den aktuellen Öko-Trend aufzugreifen. Auch auf lokale Befindlichkeiten wird nach jahrzehntelangem internationalem Einheits-Fastfood bereits seit längerem größere Rücksicht genommen.
In Deutschland werden so in den McCafes seit längerem bereits beispielsweise Schwarzwälderkirschtorten verkauft. Deutschland ist mit rund 1.300 Standorten einer der wichtigsten Märkte für den Konzern.
Die Strategie einer stärkeren lokalen Diversifizierung des Angebots setzt McDonald's fort: In Italien soll es ab Mittwoch einen Burger mit Zutaten ausschließlich von der Halbinsel geben. Daneben führe McDonald's auf der Halbinsel auch einen italienischen Salat ein mit Parmesan und Bündnerfleisch (gepökeltes Fleisch vom Rind).
Wenn die Produkte von den Kunden angenommen würden, werde McDonald's seinen Tochterunternehmen auch in anderen Ländern womöglich empfehlen, landestypische Burger aufzulegen, erklärte ein Unternehmenssprecher.
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